Wir tragen sie oft, ohne es zu wissen. Und doch sind animalische Noten weiterhin von einer gewissen Unschärfe umgeben – zwischen Faszination und Misstrauen.
Erstes Missverständnis: „animalisch“ bedeutet nicht zwangsläufig tierischen Ursprungs.
Kümmel ist das perfekte Beispiel – ein Gewürz mit einer eindeutig animalischen Facette. Und wenn der Ursprung tatsächlich tierisch ist, bedeutet das nicht Tierleid: Honignoten stammen aus einem Bienenwachs-Absolue, das ohne Schaden für den Bienenstock gewonnen wird, und Ambra wird heute nahezu ausschließlich synthetisch rekonstruiert – Ambroxan, Ambroxid – für seine maritimen und mineralischen Nuancen.
In einem Parfum sind animalische Noten kein Effekt. Sie bringen Wärme, Tiefe und eine fast taktile Textur – dieses Gefühl, dass der Duft mit der Haut verschmilzt.

